WIEVIEL HORIZONT BRAUCHT EIN ARCHITEKTURTHEORETIKER?
 
 

 Kritische Bemerkungen zur GUTE-FORM-Theologie in der
 Architektur-Lehre

 Mit einem Hinweis auf die Sylvesterkläuse in Urnäsch
 als lebendige Tradition agraren Philosophierens
 und als Kern-Element traditioneller Architektur- und Siedlungs Identität.

 von Nold Egenter



 
EINLEITUNG

Kürzlich bin ich zufällig auf einen Text gestossen, der sehr gut in das vorliegende architektur-anthropologische Forschungs-Mosaik passt. Präziser, es sind eine Menge Steine und Steinchen, bei denen zu diskutieren ist, wie sie ins Bild passen. Da ist vorerst der Begriff Tradition, im Gegensatz zur geschriebenen und objektiv dokumentierten Geschichte. Da sind die Bauern mit ihrer alten traditionellen Hauskultur und der Architekturmissionar, der meint auf der absoluten Wahrheit seiner GUTE FORM Theologie zu sitzen. Zum Dritten geht es um das Verhältnis von Stadt und Land und entsprechende Wertschemen. Schliesslich geht es um Architektur und Architekturtheorie.

Der Autor des im folgenden diskutierten Textes ist Gründer und langjähriger Redaktor einer schweizerischen Architekturzeitschrift mit Boulevardeinschlag (Benedikt Loderer, Hochparterre). Er versteht sich entsprechend als Redaktor und Architekturjournalist. aber auch als Architekturtheoretiker.

Wieviel Horizont braucht ein Architekturtheoretiker?

Der Text, den wir diskutieren, findet sich in einem Büchlein mit dem Titel 'Der Mensch sieht mit den Füssen' und enthält 13 Reden, die Loderer vor verschiedenen architektur-orientierten Gremien über 'Architektur und Gestaltung' gehalten hat. Einige dieser 'Reden' sind nicht unbedingt als solche zu verstehen, sie liegen am Rande des blossen Wort-gegaukels. Diejenige Rede, die wir ausgewählt haben, berührt jedoch trotz ihres oberflächlichen Jargons wichtige Punkte der Architekturdiskussion, vor allem, wie bereits angetönt, zum Verhältnis von Stadt und Land, von Geschichte und Tradition, von sogenannter Kunst- oder Architekturtheorie und lokaler Ueberlieferung harmonischer Lebensprinzipien.

Nicht zuletzt zeigt der Text auch ein verheerendes Kulturdefizit, das aber dem Autor des Büchleins nicht zur Last gelegt werden soll. Es ist mehr oder weniger repräsentativer 'Stand des Wissens' in der Architekturbranche.

Bei näherem Zusehen wird die Sache jedoch unheimlich. Auf diese höchst plumpe Weise werden letztlich ganze Landschaften unserer gelebten Umwelt bestimmten Wertvorstellungen unterworfen. Der Prozess führt dann zur entsprechenden Ueberbauung. Wer wundert sich eigentlich darüber wie unsere Städte aussehen? Botta sagte einmal, man sollte sie bombardieren. 'Garbage for the Future' meinte er. Sind sie es weil niemand mehr sich die Mühe nimmt die Verhältnisse durchzudenken. Architekturtheorie als Segel-Weltcup: wer verstehts am Besten mit dem Wind umzugehen.

Unglaublich, wie Loderer, dieser urbane Gute-Form-Theologe über seine traditionsgebundenen ländlichen Zuhörer herfällt, von deren traditioneller Kultur er nicht die leiseste Ahnung hat,. Er hält ihnen einfach seine urbane Schelte vor. Er beruft sich auf das Lexikon. Man hört ihn an. Es kann sich bei ihm nicht um einen Analphabeten handeln. Leider jedoch: völlige Ignoranz im Hinblick auf das Wesen traditioneller Kultur. Zwar sind es nur Worte, doch, was er im Grunde vorschlägt, ist höchst brutal: man bombardiere die Appenzeller Tradition.

Tradition ist tot! Der Titel der betreffenden 'Rede' will offensichtlich die noch vom Sinn der Tradition überzeugten Bauern erschrecken. Ihre Tradition, ihre Kleidung, wie auch ihre 'Heimetli', all das sei längst bloss noch hohle, modrig tote Fassade. Sie sollten also bitte das Verbrämen ihrer Nester, die ganze Maskerade, sein lassen und sich etwas darüber Gedanken machen, wie sie ihre Umwelt mit Innovationen an die 'absolute Wahrheit der Moderne (oder Post-Moderne) anpassen wollten.

Clash der Kulturen im gleichen Staat...
 
 

TRADITION BOMBARDIEREN?

Doch gehen wir der Sache kurz etwas eingehender nach.

Es geht (wieder) um eine Leiche. Sie heisst jetzt allerdings 'Tradition'. Sie ist zwar an sich, wie der Titel meint, ganz weg, aber man will auch ihre offensichtlich als bös geltenden Geister noch einmal austreiben.

Nun also. Der Autor beruft sich vor seinen, noch im 'primtiven Glauben an die 'Tradition' behafteten vorerst aufs Lexikon. Es verspricht wie bei manchen die Bibel dem Zitierenden Autorität und Akzeptanz. Zwar, man endet vage im Halbreligiösen, das dann allerdings etwas abrupt wissenschaftlich als Filter gegen zu intensive Reizbeanspruchung begründet wird. "Tradition ist eine Lebenshilfe".

Von hier aus folgt die Frontalattacke: der schön eingefädelte Sonntagsbauer mit seinem Ohrenringli usw. sei nur ein kleiner Bruchteil des Lebens, nicht mehr das Eigentliche. Die Moderne, das Auto, die modische Kleidung, die Arbeit in der Industrie, die bildeten jetzt die grosse Wahrheit. All das habe mit der Tradition nichts mehr zu tun. "Tradition ist eine sentimentale Bildersammlung in unseren Köpfen."

Diese Abwertung des Appenzeller Bauern als hinterwäldlerische Sonntagsfassade und seine Gegenüberstellung zum 'Heil' des modernen, urban dirigierten Alltags zeigt aber auch andersrum gerade die Stereotypen der städtischen Projektion, die seit Jahrhunderten auf allen Ebenen das Bäuerliche apriori verblödet, die städtische Geschultheit als progressive Wahrheit hinstellt.

Um das plausibel zu machen sind Loderer auch einige abgestandene Marxismus-brocken nicht zu schade. Das traditionelle Appenzeller Bauernhaus endet als "Produktionsmittel" der Landwirtschaft, das 'Heimetli' findet sich zusammen mit Coca Cola Büchsen oder MacDonald Hamburger-Schachteln im Wirtschaftssumpf als Abfall, als 'Nichtmehrzubrauchendes'. "Die Tradition ist ein Produkt".

Die Probleme der Bauern seien alt, und jedes sei immer schon unzählige Male bereits gelöst worden. Wogegen die modernen Probleme - nota bene, jene der Stadt - jung seien. Gewässerschutz, Umweltschutz, Überalterung, alles riesig, noch ungelöst. Wir stünden auch gerade hinsichtlich des Bauens seit dem Kriegsende 1945 in einem Wachstumsschock, litten an Verdauungsbeschwerden.

Vor zwei Generationen war die bäuerliche Bevölkerung arm, was umgekehrt meint: heute sind wir reich. Nun also, ein zweites Oekonomie-Argument. Loderers "Lösung" schliesslich. Tradition "war immer eine Methode zur Überwindung oder Vermeidung des Mangels." Das heisst umgekehrt, dort wo Tradition noch herrscht, muss Hunger, Not und Eiseskälte sein.

Von diesem Traditionsbegriff der sich in etwa mit dem eines Rotkreuz-Katastrophenhelfers deckt, kommt Loderer schnell zu seiner falschen 'Hüsli-Ideologie' , eigentlich eine Architekturtheorie des traditionsgebundenen Architektur-Elends.

Im Bauen entspreche der Tradition eine "Sammlung von Konstruktionslösungen" bei grundsätzlich gleicher Bauweise. Dieses "Arbeitsinstrument einer familiären Erwerbsgemeinschaft" sei heute nicht mehr gegeben. Die im Appenzellerstil mit Holz kaschierten Häuser seien 'Hüsli', ob von "Agglomeriten" im Unterland oder im Appenzell bewohnt. Das Land sei nicht mehr Produktions- sondern "Genussmittel". Entsprechend könne man nur scharf urteilen. Man komme unweigerlich zum Schluss: "Die Tradition ist tot."

Gleichsam beschwörend schliesst der Text mit der Rolle des Heimatschutzes. An ihm sei es, Polizist, Richter und Gericht zu spielen und das böse Treiben zu beenden. Da wir (sprich: die Architektur-verantwortlichen Städter) wüssten, dass die Tradition nur noch eine Leiche sei, müsste man irgendwie die bedrohten sog. traditionellen Landschaften wie das Appenzell - notfalls gegen das sogenannt gesunde Volksempfinden vor dieser scheusslichen Maskerade mit falschen Fassaden retten.

ZU WENIG HORIZONT

Man sieht, hier werden mit Worten potentiell wütende Kriege ausgefochten. Der oberflächlich lustige Wortfluss Loderers darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein ernsthaftes Problem handelt, das nun schon gut ein halbes Jahrhundert wie ein Flächenbrand über die einst an Lokaltraditionen reichen Schweizer Alpentäler braust und die Siedlungen oft bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Das Hauptproblem liegt daran, dass die städtisch entwickelte, moderne Architektur sich als 'moderne Kunst' versteht und im Anschluss an die seit ihren Anfängen das Land abwertende städtische Kunstgeschichte entsprechend für die auf Tradition beruhende Kultur des Landes nicht nur kein Verständnis, sondern meist auch direkte Verachtung zeigt. Die städtische Dominanz ist in diesem Sinne ein altes Phänomen. Man sei hier erinnert an die recht grausam-blutige Bekehrungsgeschichte des Mittelalters, die ebenso von den strategisch gesicherten Städten und Klöstern ins Land hinausgriff.

Loderers missionarische Reise ins Appenzell und seine aggressive Rede vor den appenzellischen Bauern, mit der Drohung, sie müssten ihre traditionellen Wohnhäuser zugunsten städtisch moderner Schachtel-Aesthetik aufgeben, gehört recht genau in dieses alte, ursprünglich theokratisch begründete Grundmuster der urban zentralistischen Dominanz über das moralisch und meist auch strategisch dominierte agrare Umland. Die urbanen Normen gelten als sakrosankt. Sie waren meist nicht auf die in diesen Regionen lebenden Menschen gerichtet. Vielmehr dienten sie der Aufrechterhaltung der territorialen Substanz und der territorialrechtlichen Hegemonie des Zentrums.

Dazu passt auch das Folgende. Tradition hat auch in der Geschichtsdisziplin nur wenig Bedeutung. Erst recht kommt die Abschätzigkeit in der Kunstgeschichte zum Ausdruck. Traditionelle Kunst wird als 'unoriginell' dargestellt. Man misst sie am städtischen Mythos des profanisierten Schöpfergenies und bleibt blind für ihre ganz anders gelagerten Paradigmen.

Aus einer global-anthropologischen Perspektive lässt sich eindeutig sagen: Tradition ist humangeschichtlich weit bedeutender als das, was sich Loderer aus seinen Fingern saugt. Auch städtisch gilt, ohne Tradition wären die meisten Menschen buchstäblich 'sprachlos'. Wohl weit mehr als die Hälfte menschlicher Kommunikation erhält sich direkt oder indirekt als Tradition. Die bildenden Künste, die Musik, das Handwerk, sie alle kommen nicht ohne sie aus.

Dass die Wissenschaften die belegte Geschichte in den Vordergrund stellen und die Tradition vernachlässigen, ist letztlich ein Überbleibsel aus dem scholastisch-mittelalterlichen Denken, als man noch meinte, die ganze Welt liesse sich mit einigen Texten wahrheitsgetreu abbilden. Das ist heute längst zur Illusion geworden. Die Texte wurden gewechselt, die Fixierung bleibt. Die Archäologie etwa lebt davon.

Doch, das Hauptproblem ist: Loderer hat einen viel zu engen Horizont. Er ist von den zeitgenössischen urbanen Werten indoktriniert und pilgert von dort aufs Land, um etwas Gutes zu tun (von der Stadt aus gesehen). Er will den armselig Ungebildeten die Wahrheit bringen. Was für ein Paradox: er zählt sich (etwa ...zig Jahre zu spät allerdings) zur vordersten Avantgarde der Moderne, pilgert zu den für rückständig genommenen Appenzellern, steckt aber mit seinem Kopf noch voll im mittelalterlichen Zopf des  Gutbetens!

Ein weiterer Punkt besteht darin, dass Tradition viel zu wenig untersucht ist, weil sie neben der geschriebenen oder materiell belegten Geschichte im heutigen Wissenschaftsbetrieb nur wenig zum Zuge kommt. Das war einst ganz anders, etwa in China: Tradition war mindestens so wichtig wie die geschriebene Geschichte.

In traditionellen Gesellschaften waren die Sachtraditionen wesentlich auch Archive ihrer eigenen 'Geschichte', was sich aber in unserem nach Religion und Glauben vorgehenden System nicht abbildet. So sind die meisten traditionellen Systeme in unserer Wissenschaft entstellt. Um es kurz zu sagen: Im Unterschied zur Moderne mit ihrem heterogenen Würfeln um eine bessere Zukunft, ist Tradition ein System das die Orientierung, die zeitliche Kontinuität favorisert. Mankönnte entsprechend auch an eine Balancierung von Tradition und Risikogesellschaft denken.

Traditionelle Gesellschaften sind zeitzyklisch organisiert. Sie verstehen ihre Ursprünge und Identitäten nicht von datierbaren 'Geschichten' oder Monumenten her, sondern von zyklisch immer gleich tradierten Handlungen. Es geht entsprechend um immer gleich bleibende Überlieferungen, sachliche, verhaltensmässige, verbale, sprachliche. Kulte und Riten, als Reenaktion des Ursprungs eines existentiellen Gesamts, einer Siedlung, eines Siedlungsclusters usw. Diese Traditionen bestimmen die soziale Hierarchie, die lokalen Machtstrukturen, die territorialen Verantwortlichkeiten usw..

Es ist eine ungeheure Kurzsicht, Tradition derart schwindsüchtig zu verulken. Es ist eine Borniertheit, die man sich nur in der Architekturdiskussion gefallen lässt, weil Architektur, trotz ihrer protzigen äusseren Formen theoretisch eine Drittwelt-Domäne darstellt, die uns aber ganz unverblümt ihre autokratischen Kapriolen ins Stadtbild setzt. Um beim Vergleich zur Theologie zu bleiben: eine Architektur-Reformation ist dringend nötig.

TRADITION ALS IDENTITÄT

Loderer hat sich wohl nie die Mühe genommen, die Sylvesterkläuse von Urnäsch mit seinem Besuch zu beehren. Ihre Aufmachung und ihre diametral gegensätzlichen Tänze vor den besuchten Häusern hätten ihm gezeigt, dass hier absolut gar nichts zu spüren ist von seinem grossprecherisch prognostizierten Tod der Tradition! Im Gegenteil, sie lebt jenseits von derartigem Schmalspur-Rationalismus wunderbar fort. Sie lädt jenen, der bereit ist zu hören, ein, sich die Sprache der Dinge anzuhören. Wie schon damals: die Missionare von der Stadt hatten ihre Weltsicht geschrieben in der Tasche und weitgehend auch im Kopf. Für die Sprache der Tradition hatte und hat man kein Gehör.

Als der Schreibende sich nach Ende dieses wunderbaren Sylvester-Festes daran machte, sich wieder ins Unterland zu begeben, war in der Metzgerei noch unbedingt etwas von den bekannten Appenzeller Fleischwaren als mundendes Souvenir zu erstehen. Mit dem Besitzer des Ladens ergab sich ein Gespräch über die drei verschiedenen Typen von Chläusen. Wir diskutierten über die wilden, die mit ihren ver-rückten Fratzen, in Gräser, Zweige und Laub gekleidet, von den Bergen in die menschliche Ordnung einbrachen. Über die Schönen, die unter Einfluss des St. Galler Klosters, mit ihren entwickelten Masken als zivilisierte Frauenfiguren den Wilden wohl sehr bewusst entgegengesetzt wurden. Und über die Halbwüsten, die eine Zwischenstellung einnehmen. Sie seien zwar wild im Verhalten, seien jedoch auf den Köpfen und Rücken mit Häusern und Hütten geschmückt, und zeigten so auch eine Spannung im innermenschlichen und zwischenmenschlichen Bereich, die ewige Spannung, die jeder Mensch mit etwas Erfahrung kennt, die Spannung zwischen Natur und Gesellschaft, zwischen Leidenschaft und Kultur, zwischen wilden Ausbrüchen und harmonischen Fügungen. Genau dieses Spannungsmuster liege auch dem eigentlichen Festbrauch zugrunde. Man stapft in der hellen Schneelandschaft von Haus zu Haus, gebärdet sich dort vorerst recht ungehobelt wild tanzend und laut mit Glocken lärmend, bis die Leute mit Gaben und Getränken aus dem Haus kommen um die Wilden zu zähmen. Und bald schlägt der wilde Lärmtanz um in die wunderschönen Gesänge des 'sürlen' wie man die gregorianischen Chorgesänge nennt, die die Burschen im eng verschränkten Kreis, Köpfe gegeneinander singen. Der Ladenbesitzer nickte zeitweilen, blinzelte verschmitzt, verstrahlte Stimmung unter Eingeweihten. Man pflegt hier als Tradition eine vor-analytische Weltsicht. Funktional ganz verschiedene Objekte können quasi identisch sein. Es ist nicht die funktionelle Banalität, die ihr Wesen bestimmt, sondern die ästhetische Struktur. Je harmonischer sie ist, desto identischer die entsprechenden Dinge.

Eine wunderbare Weltsicht. Ist es der Grund warum uns traditionelle Umwelten - wo auch immer auf der Welt - harmonisch ansprechen? Die harmonische Weltsicht war sehr wahrscheinlich global von Bedeutung unter allen traditionellen Gesellschaften. Die Betonung liegt in dieser 'Art die Dinge zu sehen' nicht so sehr in der Verschiedenheit der Dinge, das heisst in ihrer absoluten Bestimmbarkeit, wie die analytische Weltsicht dies verlangt, sondern vielmehr in ihrer Ähnlichkeit in Bezug auf ein elementar-ästhetisches Konzept, kategorialpolare Harmonie. Hohe und tiefe Töne bedingen die Melodie, hat schon Heraklit gesagt. Er war der letzte Harmoniker am Rande des vorderen Orients (Wir haben in mehreren Arbeiten diese Weltsicht beschrieben).

Der städtisch mit seiner Guten Form Theologie indoktrinierte Architekturtheoretiker auf Mission hatte - wie seine weltweiten Vorgänger in aller Welt - dank seinem engen Horizont - kein Verständnis für eine Philosophie der Tradition. Ist unsere Welt vielleicht deshalb an allen Ecken und Enden so kaputt, weil wir keine verbindlichen Theorien mehr haben, was eigentlich Menschsein und sinnvolles Wohnen bedeuten?

Die Frage bleibt offen: wieviel Horizont braucht ein Architekturtheoretiker?
 


BIBLIOGRAPHIE

Kultermann, Udo
2/1996 (1/1966)
Geschiche der Kunstgeschichte. Der Weg einer Wissenschaft. Prestel, München

Loderer, Benedikt
1994
Der Mensch sieht mit den Füssen. Hochparterre-Verlag, Glattbrugg,
 


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