STREIT UM BRUNO TAUT,
 JAPANISCHE GÖTTERSITZE UND
 AFFEN-ARCHITEKTEN
 

 Die kunsthistorische Architekturtheorie gibt
 ihren Geist auf

 Bericht über Indizien eines akuten Bildungsnotstands am
 'Kunsthistorischen Institut' der Universität Tübingen, Deutschland

Von Nold Egenter


  EINLEITUNG

Die meisten, die sich irgendwie theoretisch mit Architektur befassen, kennenwohl den Namen Amos Rapoport und sein Buch >House Form and Culture<(1969). Nicht allen jedoch ist bewusst geworden, dass sich damit imArchitekturfach etwas grundlegend Neues angebahnt hat: die dezidiertwissenschaftliche Erforschung der Phänomene Bauen und Architektur. Dasnennt sich heute Architektur-Ethnologie oder Architektur-Anthropologie. Inknapp drei Jahrzehnten hat sich dieses Feld enorm entwickelt. Seit 1986 ist dieUC in Berkeley (USA) wichtigstes Zentrum der weltweiten Erforschungtraditionellen Bau- und Siedlungswesens. 1996 kommt in Cambridge(England) eine 4-bändige Encyklopädie zur Ethnologie des Bauens heraus.Schätzungsweise 3-4000 Forscher beschäftigen sich heute weltweit mitArchitektur-Ethnologie, nicht wenige auch mit Architektur-Anthropologie(Egenter 1996). Die neue Orientierung hat bereits in zahlreichen Fächern derphysischen, wie der kulturellen Anthropologie Interesse geweckt. Fächer wiePrimatologie, Paläoanthropologie, Vorgeschichte, Archäologie, Geschichte,Ethnologie, Volkskunde, aber auch Philosophie, Religionswissenschaft,Japanologie, Sinologie, Indologie usw. haben ihr Interesse angemeldet.

Es liegt auf der Hand dass der alteingesessene Treuhänder der Verbindungvon Architektur und Wissenschaft sich mit Händen und Füssen sträubt. Dieneuen Begriffe globaler Forschung setzen das eurozentrische Kunststübchenin den Ab-Ort. Es hat ausgedient, zumindest in Sachen 'Architektur-Theorie'.Die neuen Themen der Architektur-Anthropologie sind für die europäischeKunsthistorie einige Nummern zu gross. Wir reden von der sogenannten"Kunstwissenschaft".

Es gäbe wohl kein besseres Beispiel, dieses neue Spannungsfeld zuillustrieren, als die kleine Episode, die sich kürzlich in aller Stille um einenkunsthistorischen Aufsatz von Regine Prange (Prange 1995) ereignet hat. DerAutor des Buches 'Architektur-Anthropologie - Die Aktualität des Primitiven inder Architektur' (Egenter 1992) wurde vor der Drucklegung um dieReproduktionsrechte einiger Bilder seines Buches angefragt. Es entspannensich schriftliche Diskussionen um die Kompatibilität von Anthropologie undeurozentrischer Kunsthistorie. Skepsis wurde angemeldet (Prange 1995, Anm.43) . Nun ist die kunsthistorische Arbeit publiziert. Wie zu erwarten: einwissenschaftlich dilettantischer Legitimationskrampf. Die Arbeit erweist sichüberdies in veschiedener Hinsicht derart ahnungslos in Sachen modernerAnthropologie, dass das Brecht'sche 'was fällt soll man noch stossen' rechtleicht fällt. Eines ist sicher: die Kunsthistorie hat in der neuerenArchitekturforschung nichts mehr zu suchen.

BRUNO TAUTS ARCHITEKTUR-IDEEN IN DER
KUNSTHISTORISCHEN MüHLE

Der kunstgeschichtliche Aufsatz von Regine Prange ist in einen Sammelbanderschienen, dessen Titel - 'Faszination des Organischen' - aufhorchen lässt.(1995, iudicium-Verlag, München). Die zusammenfassende Erklärung zumBuch meint, das Organische sei in übertragener Bedeutung und alsWunschvorstellung, "seit der Aufklärungszeit in der Literatur- undGeistesgeschichte lebendig geblieben." Doch, "spätestens im 20. Jahrhundert"wurde die "Willkürlichkeit, Absolutheit und Ideologieanfälligkeit jeglichensynthetischen Organismusdenkens" offensichtlich. Dies habe den historischenBlick geschärft. Gemeint sind vor allem die "Legitimationsstrategien desOrganischen seit der Kunstperiode um 1800". Schon zur Goethezeit verheisse"die Verherrlichung des Organischen Rettung vor dem Mechanischen,Stärkung des Individuums, nach innen gegen die äusseren Zwänge dermodernen Welt...."

Wohlverstanden, schon hier gilt es die Ohren zu spitzen. Recht sublim wirdvom Faktischen abstrahiert, in langen, gestelzten Sätzen - man liest darüberhinweg. Es werden Idealisierungsprozesse eingeleitet. Quintessenz: jeglicheBeschäftigung mit dem Organischen verliert potentiell ihre Objektivität. Manerkennt die Stossrichtung. Anthropologie und Biologie werden zupsychologischen 'Abwehrstrategien' verdünnt. Manchem wird schon nur ausdiesen paar Sätzen klar, woher der Wind pfeift. Eine alte, machtvolle Tradition,geübt im Idealisieren, zieht wohl Fäden im Hintergrund.

Mit diesem Programm des Organischen als Wunschtraum undAbwehrstrategie, finden wir nun Regine Prange in ihrer Kunsthistorikerstubean der Arbeit. Sie hat viel Material von und über Bruno Taut gesammelt undmerkt allmählich, dass sich all diese phantastischen Ideen, dieseArchitekturphantasien, wie man sie gemeinhin nennt, zu einem Systemzusammenbasteln lassen. Man kann sie alle - nach Prange - ob organischoder anorganisch, irgendwie mit der Natur zusammenbringen. Tauts Glashausmit der "schwingenden Silhouette" taucht uns ein in "die Impressionpflanzlichen Emporspriessens". In einem Film Bruno Tauts verdeutlicht ein"wachsendes" Gebäude "das Genre eines phantastischen, in den Kosmosentrückten Filmschauspiels ...". "Stahlbetonrippen" werden "vegetabilischromantisiert" zum "Geflecht"! So etwa tönt das durch den ganzen Aufsatzhindurch.

Der vage Kunsthistorikerjargon darf uns hier vorerst nicht stören."Wortgespenster und Wortquallen" hat diese Art "Sprachfauna" schon PaulHofer aus Pranges eigener Zunft genannt. Letztlich verdankt sich dieAkzeptanz dieses Deliriums dem Umstand, dass die Kunsthistorie als Fachnoch, wie die Theologie, zum einen platonisch deduziert, zum andern dermittelalterlichen Hermeneutik verpflichtet ist. Obschon Prange sich eigentlichmit Architektur befasst, nähert sie sich - bis auf einige konkrete Brosamen - derSache als Wortauslegung, sie gehört offensichtlich zu jenen, die demGeschriebenen mehr trauen als der Architektur. Die Begriffe mit denen sieoperiert, bleiben so immer irgendwie nebulos in der Luft hängen.Architekturphantastik paart sich mit vagen Ideen zur Natur, zur Kultur, schnellist man am Ziel: Bruno Taut steht unter Ideologieverdacht. Andersrum istevident: man kann mit diesen nebulosen Ingredienzen beliebige Süppchenkochen, die in den getäferten Essälen der Kunsthistorie immer ihre Abnehmerfinden. Nicht aber in der neueren Architekturwissenschaft.

In wesentlich vier Ideenzirkeln versucht sich Prange in der Bewältigung ihres'phantastischen' Themas. Es sind da vorerst das "Kristallinische", dann das"Vegetabilische", schliesslich auch ein bisschen "Kosmisches", jedes mitentsprechendem - ziemlich beliebigem - Streubereich. Schliesslich - wer hättees anders erwartet, kommt auch das - nun jedem verständliche - Weltgesetzhinzu: Sex (in roher Menge!). Mit diesen 4 Parametern hebt Prange TautsArchitekturphantasien ganz unsäglich leicht in ein höhere, allgemeinere Ebeneder Natur-Kultur-Spekulation wobei sich die Begriffe, wie etwa der 'Kristall'bald als organisch oder anorganisch, Bauten als Gewächse und Gewächse alsBauten darstellen lassen. Architektur war ursprünglich 'leibhaftig', verliert aberdiese 'Leibhaftigkeit' wieder. Das kunsthistorische Lieblingsgebäck, diekugelige Kosmossymbolik des 18. Jhdts (Ledoux usw.) und die immer wiederdurchgekaute 'Urhüttenidee' (Laugier), schliesslich Ernst Haeckelsschwindsüchtiger 'Monismus' sollen dem Geblabber historische Tiefe geben.Ja, gar von Naturwissenschaft ist die Rede. Alles kann in dieser begrifflichenTeigschüssel im gleichen Satz behauptet und auch wieder zurückgenommenwerden. Kurz, Prange will uns so zeigen, dass Taut so originell nicht war,vielmehr in eine weitere historische Domäne zu stellen wäre, die demNaturbegriff im Sinne der Schöpfung oder der WissenschaftGrundgesetzlichkeit zumisst. Taut gerät damit, - nach Prange - gerade inseinen Gesellschafts- und Weltvorstellungen, in den unangenehmenLichtkegel sehr konservativer Strukturen, die - Pranges Triumph - vehement imWiderspruch stehen zu seinen sozialistischen und progressivenAuffassungen.

Nota bene, Kunsthistoriker an sich sind zwielichtige Figuren, in gesteigertemMasse in der Architektur. Der Kunsthistoriker arbeitet in einem Zwischen vonBereichen, denen er nicht zugehört. Er ist weder Künstler, noch Historiker.Ersterer ist produktiv, setzt sich oft mit ganz elementaren materiellenBedingungen auseinander. Gerade das will der Kunsthistoriker nicht. Ihm gehtes um etwas Höheres. Das Geistige der Kunst will er greifen. Der Historikerandersrum hat es in der Regel mit absehbaren Fakten zu tun,Schlachtberichten zum Beispiel. Die Objekte des Kunsthistorikers sinddemgegenüber meist ausdrücklich zweideutig, zum Beispiel Materie UNDGeist, gerade in der Architektur. Das bringt ihn, paradoxerweise vor allem dortwo er sich als Wissenschaftler gebärdet - an den Rand der Legitimität, dennWissenschaft grenzt ja gerade Zweideutigkeiten aus. Entweder: die Kunst istweg, oder....? Die meisten flüchten hier in Richtung Geist, nutzen daspseudotheologische Milieu der Kunstwissenschaft, arbeiten mit Abstraktionendritten Grades, wie etwa Prange das ausgiebig tut. Kurz, Pranges 40-seitigesGequassel ist letztlich Ausdruck der kunsthistorischen Methode. Da sie alsKunsthistorikerin keinen Zugang hat zur Architektur-immanenten Struktur vonBruno Tauts 'un-logischen' Architektur-Metaphern, behilft sie sich damit, sieins Aussen umzubiegen, sie an gesellschaftlich Sanktioniertem zu messen, siein historisch Belegbarem wiederzufinden. Den Kern, das zeigt ihre Arbeit klar,kann sie weder beschreiben, noch begreifen. Bruno Taut landet so docheigentlich recht einfach - kunsthistorisch-methodologisch programmiert - in derdurch das Buchprogramm vorgezeichneten Ideologie!

Im Grunde ein tragisches Ergebnis, ein monumentales Missverständnis, dasaber seine strukturellen Voraussetzungen letztlich darin hat, dass dieArchitektenrolle in unserer modernen Gesellschaft wissenschaftlichentmündigt ist - gerade weil sie, wesentlich unter dem Druck der sog.Kunstwissenschaft, immer noch postmedieval mythisch genialisiert ist. WeilArchitektur - wie die Schöpfung - mit der Aesthetik am Metaphysischen teilhat -so geht die Doktrin - kann sie, rational, nur durch einen entsprechenden Klerus- dem der sog. 'Kunstwissenschaft', der Gesellschaft vermittelt werden.

In der autistischen Art auch, wie Prange über Tauts ,Phantasien' herfällt, zeigtsich ein weiterer methodisch programmierter 'Mechanismus' der Kunsthistorie.Der ameisenartige Auf- und Abbau des 'Zeitgeistes', der 'hohen Werte', des'Stils' usw. nach dem altmödischen 'Blüte und Verfall'-Schema. Sind sie inBlüte, die Architektengenies, da werden sie unter Aufbietung aller medialenMittel hochgejubelt, wie zur Zeit etwa Botta. Sind sie passé, sind sie schnell da,die kunsthistorischen Fäulnisbakterien, die ameisenhaften Leichenbuddler mitihrem insektenhaften Mundwerk, machen das zuvor Grosse zum Abfall. Oder,im klerikalen Bild, es ist die alte Verwandtschaft von Hohepriestern undTotengräbern. Auch in dieser Handlangerrole einer ästhetisch aufgeblasenenZyklik - in der Architektur ein gigantischer Verschleiss - ist Pranges Arbeit ein'organisches' Produkt ihrer Zunft!

Architektur-anthropologisch gesehen sind, nebenbei, Tauts Ideen durchausverständlich. Er ahnt mit seinen polaren Begriffen, mit der Zentrierung desBaulichen in seiner Ontologie eine 'post-fundamentalistische'Architekturtheorie! Doch, das muss einer späteren Studie vorbehalten bleiben.
 
 

PRANGES DILETTANTISCHER VEREINNAHMUNGSVERSUCH DER
ARCHITEKTUR-ANTHROPOLOGIE

Soweit zu den kunsthistorischen 'Mechanismen', denen Pranges Arbeitunterliegt. Hinzu kommen aber subjektive Faktoren, die nun diesen Aufsatz -selbst wenn man ihn kunstwissenschaftlich hinnehmen wollte - völligungeniessbar machen. Es sind vor allem Pranges antiquierter,hermeneutischer Autismus, ihre Ahnungslosigkeit, was strukturelleDifferenzen zwischen verschiedenen Kulturen anbetrifft, ihre absoluteInkompetenz in Sachen Ethnologie, Asienkunde und Anthropologie, die dortins Auge fallen, wo sie ihre leichtfüssigen Uebergriffe inszeniert. Diese'Szenen' verraten überdeutlich den Dilettantismus ihrer Arbeit. War hierletztlich die neuere '(D)Evaluation der Geisteswissenschaften' am Werk?

Pranges Welt "bisexueller Bedeutung"

Offenbar hat sich Prange bis etwa in die Mitte ihrer rund 40-seitigen Arbeit vonihren historistisch papierenen Herleitungen des 'Kristallinen', des'vegetabilisch Spriessenden', des 'kosmisch Ausgreifenden' so sehr selbstfrustriert, dass sie nun plötzlich den Hahnen aus ihrer engsten - offensichtlichproblematischen - Intimsphäre voll aufdreht. Das soll nun den möglicherweisearg gelangweilten Leser von ihrer Sache überzeugen. Ein gewaltig kräftigerRiese, ein "Weltbaumeister" wird aufgebauscht und beschworen, er "wird zumGesetz des Lebens selbst" erkoren. Groteskerweise entwickelt sich das aneinem kleinen Bildstreifen Tauts, bei dem die "Gestalt eines Doms" einfach vonoben nach unten gefilmt wird. Die Vorstellung 'wachsendes Bauwerk' führtaber die Autorin bereits ins Delirium. Dass all das sich nicht einer überreiztenStimmung des Lesers verdankt, wird in einem Hagel von eindeutigenAusdrücken erhärtet. Es geht um die "symbolische Erektion des Turms", umeine Art 'höherer Baulust', um einen "Zeugungsvorgang kosmischenAusmasses." Dieses hysterisch ins Kosmische übersteigerte,phallisch-vulvisch-mulmige Zeugungs- und Erzeugungsgeblabber beschwörtdann weiter "Weibliches und Männliches in einer Gestalt ...vereint" alssymbolischer "Coitus" und "Parthenogenese"! Ein "Domgebilde" wird so"zugleich Phallus und Vagina. ...". Diese Art "bisexueller Gotik" leitet dann überzu Tauts Bild der 'grossen Blume', die mit Tauts ins Bild gekritzeltenAnmerkungen eine "Uralte Weisheit" als "wieder lebendig" preist: "VölligeUnverhülltheit in Geschlechtsdingen....".

Man muss doch wohl nicht weit suchen, um herauszufinden, woher diese'Noblesse' des Nackten stammt. Sicher nicht von den griechisch-römischenGöttern. Sie waren anders nackt, unfleischlich, mythisch, als Antithese zumProfanen. Ueberdies sind diese anthropomorphen Göttergestalten nicht alt:Aegypten und Mesopotamien zeigen ganz anderes zum Thema Götterfiguren.Der nackte Edelmut entstammt vielmehr wohl Rousseau's Verherrlichung desPrimitiven, ist somit eine recht neuzeitliche 'Weisheit' die stark auch mit derBedeutung der Photographie für die Ethnographie zusammenhängt: all dieunzähligen Ablichtungen von Nackten der sog. 'Natur'-Völker aus exotischenDschungeln, die in die europäische Literatur gelangten. Mit andern Worten,gerade das was Prange hier als "Uralte Weisheit" hochjubelt in Tauts Ideensetist eine Sichtweise neueren Datums, eine späte Akkumulation! Ueberdiesganz und gar nicht aus dem Architektenmilieu Europas! Ebenso, weiter,"Phallus und Rosette - wieder heiliges Symbol." Auch das ist weder "UralteWeisheit", noch ist es poetisch, noch originelles Architektengebräu, auch nichtirgendwie kosmisch ekstatisch, sondern - schon von seiner verknorztenDezenz her: eine absolut fiktive eurozentrische religionshistorischeKonstruktion, deutlicher gesagt, ein Jahrhunderte alter Zölibatsschlamm mitdem man weltweit alles primitivisierte, was noch nicht unter die Erbsünde undentsprechende Triebverklemmung ging. Ziemlich geschmacklos, diesenabgestandenen exotisch-missionarischen Männer-Nachtschweiss von'Fruchtbarkeitskulten', diesen eurozentrisch verblödeten Unsinn derpenetranten Sexvermengung der 'Natur-Völker' nun 'kunst-theologisch' wiederaufzumotzen. Lassen wir doch endlich dieses hysterische Schwärmen!

Pranges prekärer "Seitenblick"

Mit diesem phallisch-vulvisch-ekstatisch-kosmisch-delirischenInstrumentarium verfällt Prange einem fatalen "Seitenblick", wie sie es nennt:nach Japan. Sie hat in einem Buch über japanische Kultsymbole aus Schilfund Bambus eine Form entdeckt, die ihrer Meinung nach dem Tautschen"Phallus und Rosette" - Motiv der 'grossen Blume' sehr nahe kommt. Schnellist sie dabei - naiv: Taut war ja in Japan - ihr phallisch-vulviges Gemulme mitdieser Arbeit zu stützen. Dies umsomehr als ja im betreffenden Buch das Wort"Geschlechtssymbolik" auch aufgeführt ist: hurrah! Es steht allerdings in ganzanderem Zusammenhang.

In der von Prange zitierten Dorf-Monographie 'Göttersitze aus Schilf undBambus' (Egenter 1982) und in einer weiteren, von ihr nicht erwähnten, rund250 seitigen Arbeit mit rund 1000 Illustrationen zum gleichen Thema, wobeinun rund 100 Dörfer der Untersuchung zugrundeliegen (Egenter 1980, 1995),geht es wesentlich um wissenschaftliche (ethnologische)Architekturforschung.

Gegen die in der japanischen Volkskunde und Religionsgeschichte etablierteAuffassung, die entsprechenden Kulte seien wesentlich vom Kultfeuergeprägt, zeigen beide Arbeiten überzeugend, dass es sich (1) in diesenKultsymbolen architekturtheoretisch um einen bisher nicht zur Kenntnisgenommenen Typus semantischer Bauten handelt, die herkömmlich in derReligionsethnologie weltweit als Fetische u. dgl. erwähnt, aber nie objektivuntersucht wurden (2), dass es sich in dieser semantischen Architektur umeine ausserordentlich ausdrucksreiche Tradition handelt, die technischvorgeschichtlichen Charakter hat, und die uns somit zahlreiche Fragen derArchitektur, der Kunst und Kultur (Religion) anthropologisch neu erklären lässt.Dabei wurde (3) klar unterschieden zwischen einer architekturgenetischen"Struktursymbolik" und einer sekundären, späteren, von aussen angelagertenArt der Symbolik. Ueber diese Beziehungen wird nicht nur in den erwähntenArbeiten ausführlich geschrieben, es liegen auch zwei weitere Studien zudiesem spezifischen Thema vor (Egenter 1981, 1994). All diese Arbeitenzeigen wie die primäre 'Struktursymbolik' über kategoriale Strukturanalogien inBeziehung zu äusseren Phänomenen treten kann (Baum, räumlicheSiedlungseinheiten, chinesisches Yin-Yangdenken (jap. in-yô). Einerkenntnistheoretisches Problem also. Unter dieser sekundär ,akkumuliertenSymbolik' finden sich auch vereinzelt Beispiele bezeichnenderweise blosskategorial angesprochener Geschlechter- (nicht physische Geschlechts-)Symbolik. Mit dem männlichen Penis und der weiblichen Scheide haben diesedominant baulichen Differenzierungen nichts zu tun. Die Aussage beiderBände liegt letztlich darin, kulturgenetische Fragen (Architektur, Semiotik,Symbolik, Aesthetik, Metaphysik) architektur-anthropologisch mit diesemuniversell verbreiteten, neuen Typus 'Semantischer Architektur' vomelementar Baulichen her zu beantworten. Offensichtlich hat Prange die Studieüber 100 Dörfer gar nicht gelesen, oder absichtlich verdrängt. Vor demHintergrund dieser akribisch dokumentierten Untersuchung wird alles, was siein ihrem "Seitenblick" schreibt, vor allem auch über ihrem reduktiven Autismus,zum hirnverbrannten Blödsinn.

"Zusammengebundene Schilfbündel dieser Art" sagt sie - ja, gibt es denn auchnicht zusammengebundene Schilfbündel? - "sind im übrigen [?] als kultischeVorform der anthropomorphen oder vielmehr bisexuellen Bedeutung ionischerund korinthischer Säulenordnungen verstanden worden." Wie bloss, fragt mansich, bringt jemand es fertig, in einen einzigen Satz so viel Unsinnhineinzupressen? Da ist einmal das Rahmenthema. Der Sache muss jairgenwie das Organische übergestülpt werden. Von daher kommt Prange aufdie Betonung von 'anthropomorph' was sich von ihrer kunsthistoristischenFixierung auf den ihr wohl in -zig Vorlesungen eingehämmerten Satz'Architektur war primär anthropomorph' in den Vordergrund zwängt. Die vonPrange abgebildete Form ist aber gerade nicht 'anthropomorph'. Das imOberteil befestigte Schilfbündel verkörpert in seinem horizontal umgebogenenobersten Teil das Sonnenrad (jap. 'nichirin'), als ganzes gilt es als Yin-Yangähnliches Symbol, das sich aber - wie in beiden Büchern eingehendbeschrieben, von baulichen Kriterien herleitet und grundsätzlich kategorialjede harmonische Zuordnung von Gegensätzen meint. Falls Prange imübrigen auch das abstrakte Yin-Yang Symbol reduktiv bloss als bisexuellversteht, ist ihr in Sachen Asienkenntnis wohl kaum mehr zu helfen.

Auch über den Schluss von Pranges Verbindung von Japan zu ionischen undkorintischen "Säulenordnungen" (immer Vitruv im Hinterhirn) greift man sich anden Kopf. Die bauliche Verbindung zu Andraes Zeichnungen dreht sie um inSexualsymbolik, lässt die architektur-anthropologische Erklärung, die letzlichauf eine anthropologische Begründung der Aesthetik zielt, einfach weg undnimmt sich die Frechheit, den Autor auch noch gleich als Sexualneurotikerhinzustellen: "Der Autor ist allerdings bemüht, den Gedanken an 'Phallizismusund dergleichen' entschieden zu vermeiden und betont intensiv den Ursprungaller Formen im 'Baulichen'. Den Verdrängungscharakter seines Konzeptseiner 'Bauevolution' teilt er mit der expressionistischen Generation (...)". MitWissenschaft hat das natürlich nichts mehr zu tun, es liegt hart an einemkrankhaften Autismus, der die Welt des andern gar nicht mehr wahrnimmt,allenfalls überhaupt noch Perzipierbares völlig 'organisch' in seine eigene Weltzurechtbiegt.

Ginge es somit nach dem von Prange Stipulierten, würde dem Autor dieserarchitektur-anthropologischen Untersuchungen - wiederum nach Prange wohl- die Ehre zuteil, rund 10 Jahre in Japan damit verbracht zu haben, symbolischverbrämt zwar, dennoch wesentlich nichts anderes als Geschlechtsteile zuuntersuchen. Man kann auf solche Unterstellungen unterschiedlich reagieren,entweder sich amüsieren, oder mitleidend den akuten Bildungsnotstand derAutorin in den Vordergrund stellen, oder aber sich ärgern darüber, dass eigeneArbeiten vor die Schweine geworfen werden.
 

Pranges magere Konstruktion einer "Ideologie"

Im 9. Kapitel verdunkelt Prange den Symbolbegriff mit einem weiterenSeitenblick. Wir landen - es war zu erwarten - bei Freud. Die "Funktion desSymbols" wird "Absage an Erkenntnis, ..." Der "verdrängte Inhalt" kann erstdurch "eine Analyse ..." (der Verdichtungsvorgänge) "offen gelegt werden."Auch hier wird wieder tüchtig von allem und jedem gemischt: Taut scheine"diesem psychoanalytischen Symbolbegriff recht zu geben." Meister Eckhardtsteuert dann noch ein bisschen Religiöses bei. Das Ornament wird schliesslich- vom 8. Kapitel her - als "absolute Herrschaft" inthronisiert, wobei die ganzeSache nun "mit der Aufhebung von Syntax und Sinn,..." voll in mystischeGeheimniskrämerei abgleitet, die zugleich totalitär die "Fiktion eines Ganzen"bewahre. Dieses totalitäre Element des Ornaments liefert dann im 10. Kapiteldie Grundlage Tauts Phantasien "als Teil einer Ideologiebildung" abzukanzeln,bezeichnenderweise modernistisch und mit "antimodernistischerStossrichtung" zugleich. Der modernistische Bildersturm klammere sich "aneinem idealistischen Schöpferkult fest".

Auch dies ist natürlich eine blanke Verdrehung, denn - indem die Kunsthistorieüber die elitären Mittel der Gesellschaft (Museen, Galerien, Medien) verfügt, istsie es, die den Künstler in diese Existenzform zwängt, nicht zuletzt darum, umsich die entsprechenden Existenzmittel der Gesellschaft zu sichern. Kunst istso auch in den modernsten Demokratien ein deduktiv aesthetisch gestützterSchöpfungs-Mythos geblieben. Und es ist ziemlich haarsträubend, diese vorallem für den kunsthistorischen Apparat lukrative totalitäre Ideologie demarmen Künstlerphantasten anzulasten.

Das Nestbauverhalten der höheren Menschenaffen aus der Sicht des
Kunsthistorikerstübchens

Das Prekärste an der ganzen Arbeit ist aber am Schluss PrangesVereinnahmung dessen, was sie unter "Architektur-Anthropologie" versteht.Geradezu erschreckend an diesem Vorstoss ist, dass man heute, knapp vierJahre vor dem Eintritt ins dritte Jahrtausend, noch so frisch und fröhlichunbekümmert über Anthropologie sprechen kann als wären wir in BischofWilberforce's Bibliothek. Da sind ja inzwischen aus der einen, die alleserklärte, acht recht präzis abgegrenzte Geschichten geworden. Und jedebeansprucht eine eigene Wissenschaft für sich. Arme Frau Prange! LaugiersUr- und Boullés Kugelhütte, ein bisschen Haeckel'scher Monismus, viel falschverstandene Tautsche Phantastik, überdies ein unseliges Brimborium vonNatur- und Kulturspekulation! Und damit will man über Anthropologie reden?Unheimlich, was da aus der Gerümpelkammer geholt wird, dieses Naturbildaus dem Trödelladen des 19. u. 18. Jahrhundert, das noch mit Kristallen undPhallen diskutiert. Dieses Kuddel-muddel-Weltbild ist in den letzten gut 100Jahren doch ziemlich endgültig zerfallen. Wir reden ja doch heute ernsthaftvon Milliarden, Millionen, Tausenden von Jahren, ganz am Schluss erst vonPranges zweihundertjährigen kunsthistorischen Kunststücklein, vielleicht.Kurz, was Prange da in ihr Kunsthistorikerstübchen hinein-narreteien will,orientiert sich sehr präzis an diesen acht Geschichten, setzt mit seinerEntwicklung von ,Konstruktivität' (R. M. Yerkes 1929) und seinenHabitat-Raumkonzepten (O. F. Bollnow [1963], nebenbei auch nicht geradeder Dümmste unter den neueren deutschen Philosophen!) einige kleine, aberneue Steinchen in das bestehende Mosaik, vermag so dem Ganzen neueBedeutung zu geben. Wenn somit Prange meint, dieses Konzept einerArchitektur-Anthropologie sei von ihrem Gefasel betroffen, so täuscht sie nursich selber: sie beweist uns ihren eigenen akuten Bildungsnotstand.

Doch all das bildet bloss den Hintergrund des faktischen Gemetzels. DieForderungen des Rahmenprogramms (das Organische als Ideologie) wickelnauch hier einen wilden Knäuel, in den sich die Kunsthistorikerin nach allenmöglichen Seiten hin, zuweilen geradezu Mitleid erheischend, verhaspelt.Offenbar fand sie es nicht nötig, den in der Bibliographie des von ihr zitiertenBuches verzeichneten Artikel mit dem Titel 'Affen-Architekten' (Egenter 1983)zu lesen. Sie verwendet zwar das Titel-Wort, was es bedeutet ist ihr Wurst.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine von amerikanischen Primatologenangeregte, detaillierte Aufarbeitung des um 1980 gesamthaft zum Thema'Nestbau der höheren Menschenaffen' verfügbaren deskriptiven wietheoretischen Materials. Dass das "Konzept einer 'Bauevolution'"nicht aufeiner Palme beginnt, sondern mit dem Typus der Bodennester initialveranschlagt wird, wurde dort klar beschrieben. Ebenso, dass das Nest keine"Instinktschöpfung des Orang Utan" ist (welch absurder Ausdruck!), steht dortebenfalls genau, mit Bezug auf mehrere Autoren, die die Lernprozesse indieser 'subhumanen Tradition' untersuchten. Ueberdies: Konklusionen vonsinnvollen Abhandlungen setzt Prange an den Anfang, wo solches den'Ideologie-Verdacht' schon eingangs signalisiert. Die Autorin kümmert sicheinen Dreck um Unterscheidungen wie 'subhuman' und 'human', morkst so dieDinge um. "Das natürliche Werden" vermeine der Autor, nach Prange,"empirisch aufweisen zu können und zwar wiederum im aussermenschlichenBereich." Diese Behauptung grenzt an absurdes Theater. Ganz offensichtlichhat Prange noch nie etwas von anthropologischen Klassifikationen gehört!Entsprechend wird ein schwammiger Naturbegriff unterschoben, wo klar unddeutlich von Architektur und Anthropologie die Rede ist. Prange weiss auchsonst nicht was eine Definition ist: "Die im Wachsen der Siedlung und desKristallhauses von Taut schon metaphorisch aufgehobene Unterscheidungzwischen hoher Architektur und niederem Bauen ist in einem Naturbegriffvollends aufgelöst,...". Lachkrampf! Kunsthistorische Art-Brut-Veranstaltung!Die korrekte Begründung steht natürlich auf dem Buchdeckel des Buches, ausdem Prange die vorliegende Collage geschnitzelt hat. Die Unterscheidung löstsich in der Architektur-Anthropologie auf, weil Architektur nun anthropologischdefiniert ist. Das heisst natürlich nicht, dass sich Architektur nun in der Naturentwickelt! Noch, dass Aesthetik aus unserem Gesichtsbild verschwindet.Auch das hat Prange nicht gelesen oder nicht begriffen: Aesthetik wirdanthropologisch begründet, nicht mehr fundamentalistisch-deduktiv postuliert.Pranges absurde Ver-Naturierung der anthropologisch definiertenArchitektur-Entwicklung führt entsprechend mit ihrer ins abseits manövrierten"ästhetischen Relevanz" direkt in die gigantischen "Slums in den Ländern derdritten Welt" "die, nähme man jenen universalgeschichtlichen Monismus ernst,in ein urpsprungsmythisch verklärtes Licht geraten."

Wen wunderts, die von Prange derart nach Strich und Faden verkorkste'Architektur-Anthropologie' landet schliesslich dort, wo es das Buch-Programmvorsieht: neben der Tautschen Phantastik. Nicht nur das! Es bleibt diesmalnicht nur bei der Verstrickung in Ideologien. Die Architektur-Anthropologieendet - samt Taut, schlicht und einfach dort, wo es Prange am liebsten wäre,beim 'Abfall'. Für ihr anregendes Plädoyer für die "Jägerhorden undTotschlägerbanden der Urgeschichte" als "Sicht auf das menschlichBesondere" darf man Prange wohl persönlich gratulieren: "Primitivismus". Siehat ihn - in jeder Hinsicht - verdient.
 


NUR MASKERADE? - DIE SACHE WIRD ALARMIEREND

Die haarsträubende Liederlichkeit der Recherchen, die all die hirnverbranntenUnterstellungen erst ermöglichen, zeigt nun andersrum - etwa wie Haeckelsabgewetzter 'Monismus' am Schluss wieder erscheint, oder das zielstrebigeArbeiten auf den Abfallhaufen hin, - trotz all des Grotesk-Dilettantischen einegewisse 'Kunst des Verdrehens'. So tun als ob? Maskerade? AlsKunst-Wissenschaft verbrämte Polemik?

Nun wird die Sache aber sehr, sehr gefährlich, alarmierend gefährlich. Wir sindja weder in der humoristischen Ecke einer Tageszeitung, noch in irgendeinersatirischen Zeitschrift. Pranges Arbeit gibt sich nicht als Journalismus. Wir sindim Kunsthistorischen Institut einer öffentlichen Bildungsanstalt, einerUniversität mit einem alten, ehrenswerten Namen: Eberhard-Karls-UniversitätTübingen. Deutschland.

Hat sich vielleicht Prange nur zum Schein als dilettantisch-unerfahrenesKunst-Mädel verkleidet? Hat sie dieses dilettantische Gefasel nur inszeniert,um die Architektur-Anthropologie, die ihr, oder einer vorgesetzten Instanz,nicht passte, zusammen mit Tauts Architekturphantastereien auf demMisthaufen landen zu lassen? Der Verdacht ist begründet und seit in derSchweiz die Akademie der Geisteswissenschaften die "Geld ist Geist"-Theoriedes Tessiner Unternehmers Tito Tettamanti ('il Magnifico') [1993] anAkademiker gratis verteilt, liegt es auch im Bereich der Möglichkeit. Einwichtiger Grund hält jedoch davon ab, den Verdacht anzunehmen: die ganzenHumanwissenschaften würden so auf dem Abfallhaufen enden. Wenn wir anunseren Universitäten mit viel Geld irgendwelche Kasperln und Marionettenanstellen können, die mit viel Klamauk, Brimborium und Zoten irgendwelchenunliebsamen Büchern auf den Leib rücken, um sie - per Lächerlichkeit - aufden Misthaufen der Geschichte zu befördern, dann: Wissenschaft? NeinDanke! Und dieses Allerunwürdigste und höchst Gefährliche lebt im Kopf desSchreibenden - heute - nur in düstersten Ahnungen von Vergangenheit.Deutscher, nebenbei. Nehmen wir also nicht das Schlimmste an.
 


ZUM SCHLUSS

Das Unglückliche von Pranges Schreibe liegt ja ohnehin darin, dass jeder, derdie 'volkskundlichen' (!) Arbeiten zur Architektur-Anthropologie gesehen hat,sofort Pranges akuten Bildungsnotstand erkennt. Dass dieArchitektur-Anthropologie mit ihrem aufgeklärten Grundton nicht jedem passt,ist an sich verständlich. Aber das würde heissen, man hätte von derehrwürdigen Universität Tübingen in dieser Richtung sehr, sehr viel mehrerwartet. Pranges Machwerk ist in jeder Hinsicht von so liederlicher Art, dassdas ganze Buchprogramm mit voller Wucht auf sie zurückfällt. Sie selbsterscheint nun im Rampenlicht des Lächerlichen, im Licht einer unglaublichen"Willkürlichkeit", des "absoluten" Unsinnes verdrehter Tatsachen, der"Ideologie" ihres allzuengen Kunsthistorikerstübchens verfallen. Sie steckt -wohl nicht zu Unrecht - in einem tiefen und gänzlich unwissenschaftlichenMorast der Selbstdefensive, in einer absolut autistisch geführten"Legitimations-Strategie"! Nicht die Architektur-Anthropologie, sondern ihrebeliebig manipulierbare Kunsthistorie landet mit diesem blamablen Machwerkauf dem Abfallhaufen. Siehe Einleitung, zweiter Abschnitt.

Zum Glück ist, wie gesagt, die angesprochene Architektur-Anthropologieerstens inzwischen wissenschaftlich in zahlreichen anderen Disziplinen derHumanforschung anerkannt, zweitens, multidisziplinär angelegt, und drittensdreisprachig verfasst. Sie kann somit den mit Pranges Aufsatz demonstriertenakuten Bildungsnotstand im 'Kunsthistorischen Institut' der UniversitätTübingen durchaus verkraften.


BIBLIOGRAPHISCHE HINWEISE

BOLLNOW, O. F.
1963
Mensch und Raum. Kohlhammer, Stuttgart

EGENTER, Nold
1980
Bauform als Zeichen und Symbol; Nicht-domestikales Bauen im japanischen
Volkskult. Eine bauethnologische Untersuchung, dokumentiert an 100 Dörfern
Zentraljapans. ETH, Zürich
1981
The Sacred Trees Around Goshonai. Japan. A contribution of building
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Nagoya
1982
Göttersitze aus Schilf und Bambus. Jährlich gebaute Kultfackeln als Male,
Zeichen und Symbole. Eine bauethnologische Untersuchung der
,ujigami'-Rituale des Volksshintô um die Stadt Omihachiman, Japan.
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